Januar: US-Notenbank schiebt Aktienmarkt an – Es wird Zeit für Neuanschaffungen

January 31, 2019

Es war eine Woche der Wahrheit für den Aktienmarkt. Zunächst erreichte die US-Berichtssaison ihren ersten Höhepunkt. Schwergewichte wie Facebook, Apple, Amazon oder etwa McDonald´s berichteten aus dem abgelaufenen Quartal. Gleichzeitig tagte der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed. Und die Nachrichten waren wirklich gut, sodass sich vor allem der S&P 500 und der EuroStoxx 50 nochmals spürbar voranschoben. Damit steht erst einmal fest: Die Januar-Erholung ist kein Strohfeuer, sondern stellt sehr wahrscheinlich die Basis für ein starkes Börsenjahr 2019 dar.

 

 

 

Chartkommentar: Der DAX verbesserte sich in dieser Woche nur unwesentlich (+0,9 %). Gleichwohl hat er seinen kurzfristigen Abwärtstrend (blau) klar nach oben durchbrochen. Nun nimmt der deutsche Leitindex den seit September wirksamen Abwärtstrend (rot) ins Visier. Noch im Februar kann auch diese Marke genommen werden.

 

Was sind die wichtigen Botschaften dieser Woche? Die US-Notenbank hat durchblicken lassen, dass Sie im laufenden Jahr möglicherweise eine Pause auf ihrem 2016 eingeschlagenen Zinserhöhungspfad einlegen kann. Damit entfällt einer der zentralen Belastungsfaktoren, der den Aktienmarkt im vergangenen Jahr erheblich belastet hatte.

 

Daneben legten vor allem Facebook und McDonald´s bestes Zahlenwerk vor. Die Burgerkette erwirtschaftete einen Gewinn pro Aktie in Höhe von 1,97 US-Dollar und übertraf somit die Markterwartungen (1,89 US-Dollar je Aktie) deutlich. Facebook meldete sogar einen neuen Rekordgewinn und konnte weltweit erneut 50 Millionen neue Nutzer einwerben. Nunmehr nutzen weltweit 2,7 Milliarden Menschen mindestens eine der verschiedenen Facebook-Anwendungen. Offenbar hat der Datenskandal des vergangenen Jahres auf das operative Geschäft des US-Giganten nur geringen Einfluss gehabt.

 

Apple-Zahlen waren miserabel – Aktie legt dennoch stark zu

 

Wenig erbaulich fielen freilich die Quartalszahlen des Smartphone-Herstellers Apple aus. Erstmals seit 10 Jahren mussten die Amerikaner einen leichten Rückgang beim Gewinn vermelden. Der Umsatz schrumpfte weltweit um 4,5 %. Der Absatz der iPhone-Gerät (pro Einheit) sank sogar um 15 %. Die Unternehmensführung hatte die Investoren allerdings bereits Anfang des Jahres vorgewarnt. Mit anderen Worten: Die schwachen Quartalszahlen waren erwartet worden und ergo bereits umfassend im Kurs der Aktie eingepreist. So kam dann die Aktie nach Veröffentlichung der Quartalszahlen sogar rund 6 % voran.

 

Diese Tatsache spricht für die stark verbesserte Verfassung des Aktienmarktes. Die Investoren wissen nun, dass auch die jahrelang erfolgsverwöhnten Internet-Unternehmen der USA nicht ganz unverletzlich sind. Tatsächlich rechnen die meisten Investoren sogar damit, dass der Innovationszyklus in der Branche der digitalen Unterhaltungselektronik einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Produkte wie eben das iPhone sind in die Jahre gekommen.

 

Ich rechne auch nicht unbedingt damit, dass der US-Konzern so bald ein vergleichbares Anschlussprodukt vorstellen wird. Schließlich war das iPhone eine Jahrhunderterrungenschaft, die Unternehmen nun mal nicht in jedem Jahrzehnt aufs Neue schaffen.

 

Also, Apple ist nun kein echtes Wachstumsunternehmen mehr, gleichwohl für den konservativen Langfrist-Anleger auf dem momentanen Bewertungsniveau durchaus attraktiv. Das Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) liegt bei rund 13. Damit ist die Aktie günstiger bewertet als der S&P 500, der auf ein KGV von rund 15 kommt. Obendrein kassieren Sie hier noch eine kleine Dividendenrendite von 2 %. Das Unternehmen dürfte aufgrund seiner enormen Cashbestände diese Dividende in den kommenden Jahren weiter anheben.

 

Sind westliche Marken in China jetzt nicht mehr angesagt?

 

Die Apple-Zahlen verweisen noch auf zwei andere Befunde, die mir in der Tat zumindest leichte Sorgen bereiten. So ist das China-Geschäft des Unternehmens fast schon kollabiert. Dort verlor im Vergleich zum Vorjahr Umsatz im Volumen von 27 %. Insgesamt lieferte man im Reich der Mitte rund 11 Millionen iPhone-Geräte aus und damit 22 % weniger als im Vorjahresquartal. Das ist viel Holz für ein etabliertes Weltunternehmen.

 

Damit bestätigen die Apple-Zahlen eine zentrale Sorge der Investoren: Die chinesische Volkswirtschaft lahmt. Die Verbraucher sind nicht mehr in Konsumlaune. Zwar meldete die Pekinger Statistikbehörde für 2018 immer noch ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 6,6 %. Auch die Arbeitslosigkeit im Reich der Mitte soll nur marginal von 4,8 auf 4,9 % gestiegen sein.

 

Nun sind regierungsoffizielle Statistiken in China von ganz eigener Qualität und nur eingeschränkt glaubwürdig. Aussagekräftiger sind für mich die Apple-Absatzzahlen im dortigen Markt. Und die sprechen eine klare Sprache. Die chinesische Konjunktur befindet sich in einer Phase der Stagnation.

 

Noch wichtiger: Das Apple-Desaster kann auf ein verändertes Kaufverhalten des chinesischen Verbrauchers hindeuten. Denn das US-Unternehmen verlor deutlich Marktanteile an seine chinesischen Konkurrenten Huawei und Xiaomi. Mit anderen Worten: Die Marke Apple hat offenbar an Prestige eingebüßt. Kein Jugendlicher muss sich in seiner Clique mehr schämen, wenn er nun mit einem Huawei-Gerät telefoniert.

 

Das kann ein ungünstiges Einzelschicksal für Apple sein. Freilich kann sich dieses Einzelschicksal zu einem Trend auswachsen. Natürlich werden Chinesen sich nun nicht in Scharen von westlichen Marken abwenden. Möglicherweise verlieren diese Marken allerdings ihren Wettbewerbsvorteil auf dem dortigen Markt. In der Vergangenheit haben sich ja besonders die aufstrebenden Mittelschichten vom „allgemeinen Volk“ durch eine bestimmte Produktwahl abgegrenzt. Platt formuliert: Die Avantgarde kaufte westlich, während der Hinterwäldler national kaufen musste.

 

Von dieser Entwicklung dürften in besonderem Maße Konsum-Unternehmen wie etwa LVMH, Hermès oder auch Adidas betroffen sein. Künftig werden diese Unternehmen also möglicherweise stärker über den Preis verkaufen müssen, um ihre Marktanteile zu halten. Aber jetzt keine Panik bitte! Solche Entwicklungen vollziehen sich nie in wenigen Monaten, sondern eher in Jahren. Außerdem wären von einem veränderten Kaufverhalten des chinesischen Verbrauchers zunächst nur Unternehmen mit klassischem Endkundengeschäft betroffen. Die Chemiebranche oder etwa den deutschen Maschinenbau kratzt so etwas natürlich nicht.

 

Prognose: Erholung hält auch im Februar an – Der März hingegen wird nochmals hektisch

 

Ich erwarte nun, dass wir den Schwung der Januar-Rally auch in den Februar mitnehmen werden. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass die Unternehmen dieser Welt immer noch erfolgreich wirtschaften, auch wenn insgesamt die Wachstumsdynamik seit dem Rekordjahr 2017 abgenommen hat. Gleichzeitig haben sich die Investoren vor allem Ende 2018 ein dickes Fell zugelegt. Man verfällt richtigerweise nicht mehr bei jeder schlechten Nachricht in eine Depression und kehrt dann gleich das Depot aus. Das haben die Apple-Zahlen klar bewiesen.

 

Ferner weist der globale Aktienmarkt nach der Korrektur 2018 keine nennenswerten Überbewertungen mehr auf. Wie bereits erwähnt wird der marktbreite S&P 500 aktuell mit einem Markt-KGV von 15,1 bewertet. Zum Vergleich: Der 10-Jahres-Durchschnitt liegt bei 14,6. Außerdem hat die US-Notenbank, wie bereits dargelegt, für die nächsten Monate jede Zinsangst aus dem Markt genommen. In einem solchen Umfeld wären erneut fallende Kurse eine große Überraschung.

 

Im März wird dann allerdings die Festigkeit des Marktes nochmals getestet. Hier müssen Sie zwei wichtige Termine im Kopf haben: Donald Trump hat für die US-chinesischen Handelsverhandlungen einen Termin gesetzt. Sollte hier bis zum 2. März keine Lösung gefunden werden, wird Trump die aktuellen Einfuhrzölle auf chinesische Waren von 10 auf 25 % erhöhen.

 

Zweitens: Am 29. März soll Großbritannien planmäßig die EU verlassen. Selbstverständlich ist dieser Termin nicht mehr zu halten. Beide Ereignisse werden die Medien in den kommenden Wochen noch ausführlich beleuchten und entsprechend reißerisch berichten. Dies wird dann im März tageweise nochmals für hektische Kursbewegungen sorgen.

 

Hier rate ich dann zur Besonnenheit! Ich bin fest überzeugt davon, dass wir in Europa im Laufe dieses Jahres einen vernünftigen Brexit bewerkstelligen. Im Kern ist der Austrittsvertrag ausverhandelt. Man kreist letztlich nur noch um die „irische Frage“ (Backstop). Kurzfristig hat hier niemand eine Antwort, aber alle Seiten suchen danach und werden am Ende auch fündig.

 

Im Handelsstreit bin ich ebenfalls optimistisch. Für Washington und Peking steht definitiv viel auf dem Spiel. Donald Trump wird sein Blatt gerade vor den Präsidentschaftswahlen 2020 nicht beliebig ausreizen. Peking weiß ohnehin, dass eine Wiederbelebung der chinesischen Volkswirtschaft nur mit einem starken US-Geschäft gelingen wird.

 

Mein Stufenplan für Ihr Depot

 

Wie Sie wissen, hatte ich bereits im Dezember einen klaren Stufenplan für Ihr Depot entwickelt. Inzwischen habe ich die Shorts auf den DAX entsprechend veräußert. Mit diesen Instrumenten plus einer erhöhten Cashquote habe ich Ihr Depot in der Korrekturphase gegen Verluste weitgehend schützen können. Nun werde ich auch die Shorts auf den US-Aktienmarkt abstoßen.

 

Anschließend werden wir im Standardsegment, also bei klassischen Dividendenaktien nachkaufen oder neu kaufen. Hier prüfen wir im Parseval-Team gerade Titel wie BASF, Deutsche Post, den US-Versicherer Chubb Limited oder die US-Pharmawerte AbbVie und Pfizer. Naturgemäß hat die Korrekturbewegung des vergangenen Jahres die Dividendenrenditen anschwellen lassen. Hier sichern wir uns langjährig Dividenden von teilweise über 5 %. Solche Chancen darf man nicht verstreichen lassen.

 

Im nächsten Schritt werde ich spekulativere Werte aus der zweiten Reihe Europas berücksichtigen. Hier prüfe ich momentan den Spezial-Maschinenbauer ISRA Vision, den Labortechniker Sartorius sowie das Biotech-Analyseunternehmen Eurofins aus Frankreich. Alle diese Unternehmen verfügen in einer Marktnische über enorme technische Kompetenz. Lange Jahre waren die Aktien dieser Technologieführer sehr teuer und daher nicht kaufbar. Nun hat sich das Bild allerdings grundlegend gewandelt. In den nächsten Ausgaben von Mein Parseval werde ich Ihnen diese Unternehmen im Detail vorstellen.

 

Hinweis in eigener Sache: Mein Parseval ist der Kundenbrief der von Parseval & Collegen UG. Ich informiere hier die Kunden der Vermögensverwaltung monatlich über wichtige Marktereignisse sowie meine Depot-Strategie. Inzwischen haben wir diesen Dienst auch für andere Anleger geöffnet. Sie haben nun die Möglichkeit, meine Vorgehensweise umfassend kennenzulernen. Sollte Ihnen mein Ansatz zusagen, dann rufen Sie mich einfach unter 0821 78 08 358 an. Möglicherweise ist meine Dienstleistung auch für Sie geeignet. Möchten Sie hingegen Ihr Vermögen eigenverantwortlich betreuen, finden Sie hier immer wertvolle Marktinformationen und Anregungen zu Branchen und lukrativen Einzelaktien. Diese Dienstleistung soll für Sie dauerhaft kostenlos bleiben.

 

Beachten Sie bitte, dass ich an dieser Stelle aus rechtlichen Gründen keine Kaufempfehlungen für Aktien oder andere Instrumente ausspreche. Außerdem irre auch ich mich mitunter und kann daher für die Richtigkeit meiner Informationen nicht garantieren.

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