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  • Alexander von Parseval

Sie wollen jetzt Gewinne absichern? So funktioniert es

Aktualisiert: Aug 12


Liebe Leser,


im Folgenden stelle ich Ihnen die beiden wichtigsten Instrumente zur Absicherung eines Depots gegen eine Marktkorrektur vor. Am Ende dieses Textes kennen Sie die unterschiedliche Wirkungsweise eines Put-Optionsscheines wie auch eines sog. Short-ETFs. Außerdem werden Sie genau wissen, wie und wann Sie diese Short-Instrumente erfolgreich einsetzen.


Zunächst eine kleine Begriffskunde für diejenigen unter Ihnen, die mit der Materie noch nicht so vertraut sind. Wenn Börsianer eine Aktie oder etwa einen Aktienfonds kaufen, dann gehen sie ein sog. Long-Position ein. In diesem Fall erwarten wir also steigende Kurse.

Umgekehrt: Gehen wir hingegen von fallenden Kursen aus, erwerben wir eine sog. Short-Position zur Absicherung des Depots. Diese Shorts legen wertmäßig immer dann zu, wenn der Aktienmarkt bzw. die zugrundeliegende Aktie (Basiswert) fällt. Steigt der Aktienmarkt hingegen, verlieren Short-Positionen immer an Wert. Gelegentlich lesen Sie auch von sog. Leerverkäufen. Ein Short und ein Leerverkauf sind nicht identisch, aber sehr verwandt.


Die einfache Lösung: Der Short-ETF mit festem Hebel


Die Deutsche Börse berechnet nicht nur fortlaufend den DAX, sondern daneben auch den sog. Short-DAX. Dabei verhält sich der Short-DAX immer exakt spiegelverkehrt zum „echten“ DAX. Mit anderen Worten: Wenn der DAX an einem Tag um 2 % fällt, dann steigt der Short-DAX entsprechend. Steigt der DAX um ein Prozent, fällt der Short-DAX analog usw. Eine sehr einfache Wirkweise.


Sie können diesen Short-DAX auch mit einem Hebel ausstatten, um dadurch die Schutzwirkung des Short-Instruments zu verstärken. Nehmen wir als Beispiel den zweifach gehebelten Daily ShortDAX x2 aus dem Hause Lyxor. Übrigens: Die WKN zu diesem Short finden Sie inklusive weiterer Informationen am Ende dieses Textes.


Zurück zum Short-DAX: Fällt der DAX – auf Tagesbasis gerechnet – um 2 %, steigt dieser zweifach gehebelte Short-ETF um 4 %. Dabei ist der Hebel immer konstant und unveränderlich. Dazu später am Beispiel der Optionsscheine mehr. Vorteilhaft ist zudem, dass diese Short-Instrumente immer ohne Laufzeit begeben werden. Daher kann ein Short-ETF auf einen Index in er Praxis nicht wertlos verfallen. Ihnen bleibt also immer eine gewisse Zeit, eine unerwünschte Kursbewegung auch einmal auszusitzen.


In welchen Marktphasen entfalten gehebelte Short-ETFs – wie der hier genannte Short-DAX – ihre volle Wirksamkeit? Ein solches Instrument funktioniert am besten in einer möglichst glatten und tiefen Korrektur ohne nennenswerte zwischenzeitliche Gegenreaktionen. Da der Hebel immer konstant ist, bauen diese Short-Instrumente in dieser Situation besonders „hinten raus“ eine maximale Schutzwirkung für Ihr Depot auf. Bei einem Short-Optionsschein hingegen nimmt der Hebel automatisch ab, je weiter die Korrektur voranschreitet. Hier müsste man also entsprechend nachkaufen, um die ursprünglich eingeplante Schutzwirkung stabil zu halten.


Die Salami-Korrektur:

Der Optionsschein ist in seinem Element


Der Short- oder Put-Optionsschein ist in seiner Handhabung zunächst weniger anleger-freundlich. Auf die Entwicklung dieser Wertpapiere wirken unzählige Parameter wie etwa der innere Wert, der Zeitwert oder die sog. Griechen (z.B. Delta, Gamma, Theta usw.).

Im Vergleich zum Short-ETF bestehen zwei zentrale Unterschiede.


1. Optionsscheine sind immer mit einer festen Laufzeit ausgestattet, an deren Ende der Schein durch den Emittenten abgerechnet wird. Tritt also die erwartete Kursbewegung z. B. beim DAX nach der Fälligkeit des Optionsscheins ein, sind Sie in den Bauch gekniffen. Deshalb ist es also klug, auf Optionsscheine zu setzen, die noch eine mehrmonatige Restlaufzeit aufweisen.


2. Der Hebel dieser Scheine – ganz gleich ob short oder long – verändert sich börsentäglich.


Wie wirkt sich das in der Börsenpraxis aus? Ein Beispiel: Sie haben einen Short-Optionsschein auf den NASDAQ 100 ausgewählt. Nun steigt der Index zunächst. In diesem Fall verliert die Short-Position natürlich an Wert. Allerdings baut sich der Hebel, der anfänglich möglicherweise beim Faktor 3 lag nun auf 3,5 auf. Dadurch bleibt die ursprünglich angepeilte Schutzwirkung in Ihrem Depot erhalten. Verliert der NASDAQ 100 nun, steigt ihr Optionsschein also besonders schnell und holt die anfänglich erlittenen Verluste schneller auf als ein Short-ETF mit konstantem Hebel.


Der Short-Optionsschein ist also immer dann im Vorteil, wenn sich die Korrektur unter Schwankungen vollzieht. In einem sog. Salami-Crash wäre der Optionsschein zur Absicherung die erste Wahl. Zur Info: Ein Salami-Crash bezeichnet eine langgezogene Verlustperiode, in der die Verluste auf Wochenbasis allerdings eher gering ausfallen.

Marschiert der Aktienmarkt allerdings klar und mit großer Dynamik in eine Richtung, nämlich südwärts, reduziert sich der Hebel, ergo die Schutzwirkung des Short-Optionsscheins laufend. In dieser Situation ist der Optionsschein ganz klar dem Short-ETF unterlegen.


Fazit:

Ich bevorzuge den Short-ETF aufgrund seiner Einfachheit


Ich persönlich habe mich vor einigen Jahren auf die Seite der Short-ETFs geschlagen. Sie sind in der Handhabung letztlich einfacher, auch wenn es einzelne Marktsituationen gibt, in denen sie nur teilweise funktionieren.


Hier finden Sie drei Short-Instrumente ohne Laufzeit und mit festem Hebel:



Hier finden Sie drei Short-Optionsscheine mit variablem Hebel und mit begrenzter Laufzeit:




Mit freundlichen Grüßen

Alexander von Parseval

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